Spotcheck: Wellenreiten an der Algarve / Arrifana

Surfen an der AlgarveEiner der wichtigsten Orte an der portugiesischen Atlantikküste für Surfer ist neben Peniche und Ericeira ohne Frage das weiter südliche gelegene Arrfiana. Diese Gegend ist im Gegensatz zu den näher an Lisabon gelegenen Surfzentren etwas weniger touristisch entwickelt und man findet mehr das einfache, ursprüngliche Portugal. Die nächst gelegene Stadt Aljezur ist eher klein und man findet dort auch keine Hochglanzboutiquen in für Touristen angelegten Fußgängerzonen. Dafür stehen dem ambitionierten Surfer nebeneinander gleich drei wunderschöne Buchten zum Surfen zur Verfügung, die einen guten Surf bei verschiedenem Swell, Windrichtungen und unterschiedlichen Tideständen ermöglichen. Wenn der Swell mal zu gross wird (was im Winter durchaus mal sein kann) kann man sich von den grossen Swells geschützte Spots in der Nähe vom ca. 20 km entfernten Lagos suchen. Diese vielen Optionen machen den Surf in dieser Ecke (Ortskentniss oder einen local Guide vorausgesetzt) sehr konsistent.

Der nächste Flughafen ist Faro. Diesen fliegen von vielen Flughäfen diverse Billigairlines an, was Arrifana auch für einen Surfkurztrip interessant macht. Von Faro ist es dann eine gute Stunde Fahrt nach Arrifana, der Weg ist dabei auch ohne Navi sehr einfach zu finden. Wer sich ein bisschen umschaut (z.B. bei ►momondo.de) kann für wenig mehr als 20 Euro am Tag einen Mietwagen (empfehlenswert für die Region) buchen. Wer ein Surfboard mitnehmen will, kann sich mit ►Softracks den Mehrpreis für einen Dachgepäckträger sparen. Auch Extras wie zusätzlich angemeldete Fahrer und Kindersitze sind leider im Verhältnis dann recht teuer.

Unser Tipp für alle die sich das ganze Mal für eine Woche oder ein verlängertes Wochenende anschauen wollen ist das Surfhouse des Schweizers Kevin Emmenegger. In diesem kleinen und sehr familiär gehaltenen Surfcamp gibt es bestes Spotguiding und man kann sich gutes Material für alle Könnerstufen leihen (also nicht nur die üblichen Rental Epoxy- und Plastikbomber) um bei Kurztrips die teilweise doch recht hohen Transportcharges für Sportgepäck zu sparen. Auch Surfkurse für Anfänger und First Timer sind im Angebot. Die voll ausgestattete Küche kann von allen Campteilnehmern benutzt werden, diverse einfache Restaurants finden sich in der Umgebung. Absolut empfehlenswert ist sich in der Markthalle von Aljezur mal ein Steak von einem frisch gefangenen Thunfisch rauszulassen und den gebraten / gegrillt (bitte nur 3 Minuten pro Seite, nicht durchgaren!) oder roh als Sashimi zu geniessen. Buchbar ist das Surfcamp bei Suddenrush ►zum Surfcamp.

Surfen kann man an der Algarve das ganze Jahr, wobei die Wintermonate eher für die advanced & expert Surfer sind. Wichtigste Spots der Region sind Arrifana, Monte Clerico, Amareida und Amando. Das Wasser an der Algave ist das ganze Jahr über recht frisch. Im Winterhalbjahr sollte man mindestens ein 4/3mm Wetsuit und evtl. Schuhe einpacken. Im Sommer reicht ein 3/2mm Anzug. Früh aufstehen lohnt sich oft. Dann kann es durchaus sein, dass man einen Weltklassebreak ganz für sich alleine hat.

Auf die Surf-Forecasts von Magicseaweed kann man sich in der Region nicht unbedingt verlassen. Die Sterne dort berücksichtigen nicht, dass die Buchten alle recht windgeschützt sind und zu klein zum Surfen ist es an der Algave eigentlich fast nie.