Das Clean Up Set „Corona Virus“

Als Surfer kommt man leicht in äußert schwierige Situationen. Starke Strömungen, aggressive Locals, sich entzündende Reefcuts und Autopannen am Ende der Welt sind nur einige Beispiele. Aus gegeben Anlass möchten wir euch aber mit dem Phänomen „Clean Up Set“ vertraut machen und die Sachen die man daraus lernen kann näherbringen.

Aber was genau ist ein „Clean Up Set“? Es beschreibt das Phänomen, wenn unerwartet ein grosses Set mit normalerweise 6-8 Wellen in Folge auf das Lineup zurollt und keiner im Lineup mehr in der Lage ist, noch schnell hinter den brechenden Punkt zu paddeln. Man nennt es deswegen „Clean Up“, weil sich danach die Surfer im Lineup stark dezimiert haben.

Gewinner und Verlierer

Nach dem das Clean Up Set durchgelaufen ist, gibt es Gewinner und Verlierer. Die Gewinner haben nach einigen tiefen und optimal getimten Tauchgängen etwas atemlos ein dezimiertes Lineup und bekommen jetzt mehr Wellen.

Die Verlierer hat es im ungünstigsten Fall auf ein Korallenriff gezogen, wo sie mit Schnittwunden oder auch gesnappten Boards die Session beenden müssen.

Die richtige Strategie

Aber was ist die richtige Strategie um ein Clean Up Set gut zu überstehen? Sobald man so ein solches Set am Horizont identifiziert hat, sollte man zunächst nicht in Panik verfallen. Es gilt zügig, aber nicht hektisch auf das Set zuzupaddeln. Schone deine Kräfte und bring den Puls nicht zu hoch. Du wirst die Kraft noch brauchen.

Duckdive oder nur Tauchen?

Als nächsten steht die Entscheidung an. Machst du einen Duckdive oder wirfst du das Board weg, um ohne Board unter der Welle durchzutauchen?

Dickdiven hat den Vorteil, dass man direkt nach dem Auftauchen weiterpaddeln und noch Höhe gewinnen kann. Das könnte reichen um sich das Tauchen bei den letzten, kleineren Setwellen des Sets noch zu ersparen. Ausserdem ist das Risiko, daß das Board bricht geringer. Die Entscheidung zum Duckdive ist aber riskant. Ist er nicht tief genug oder falsch getimed, kann dich Welle dich hochziehen und du gehst „over the falls“. Das ist dann wirklich der Worst Case.

Entscheidest du dich für das Tauchen ohne Board, ist das sie sichere Variante. Sie raubt dir aber die Möglichkeit zwischen den Wellen noch Höhe zu gewinnen. Achte darauf, dass du das Board weit weg schiebst, damit die Leash beim Abtauchen auf Spannung ist. Das verringert die Gefahr, dass dein Board bricht.

Aber was sind die Entscheidungskriterien ob Duckdive oder ohne Board tauchen? Die riskantere Strategie des Duckdives solltest du nur machen, wenn du ein Board mit wenig Volumen hast, absolut sichere und technisch saubere Duckdives kannst und damit Erfahrung mit Duckdives in Wellen in der Höhe hast.

Nach der Welle ist vor der Welle

Hast du die erste Welle gemeistert heisst es „nach der Welle ist vor der Welle“. Bleibe ruhig und schaue, dass du wieder viel Sauerstoff in deinen Körper bekommst. Bedenke, daß die mittleren Setwellen normal immer noch ein bisschen grösser sind, als die ersten und daß du mit jeder Welle Kraft verlierst. Die Herangehensweise an jede neue Welle sollte also immer wieder überdacht werden.

Hast du alles richtig gemacht wirst du erstmal etwas verschnaufen müssen. Wenn du nun Glück hast, hast du dann ein deutlich leereres Lineup und kannst mehr Wellen surfen als vorher.

Aber was hat das jetzt alles mit dem Corona Virus zu tun? Ein paar Sachen wie „don´t panic“ und „versuche die Situation gut und immer neu einzuschätzen“ gilt für alle. Ansonsten hängt es immer viel von der Lebenssituation und auch den beruflichen Rahmenbedingungen ab, was ihr euch daraus ziehen könnt.

Ich hoffe wir sehn uns im Lineup!