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Video: Gerry Schlegel – Anchor Point, Marokko

Gerry Schlegel war von Mitte der 2000er Jahre bis Mitte der 2010er Jahr wohl eine bekanntesten deutschen Surfer und prägte über ein Jahrzehnt den Münchner Eisbach. In der Zeit gewann er zahlreiche Wettbewerbe. Das er gute Skills im Meer hat ist vielen auch bekannt, immerhin gewann er schon zweimal die ADH Open, hat einen Titel als deutscher Vizemeister und surfte bei den ISA Weltmeisterschaften für das Team Germany. Aber wie schaut es eigentlich mit Gerrys Skills in großen Wellen aus? Darüber ist eher wenig bekannt.

Dieses kurzes Video zeigt Gerry im Jahre 2006 an Marokkos wohl bekanntestem Surfspot, dem Anchor Point, bei einem grossem Swell.

Der Anchor Point ist ein ziemlich guter Spot bei grösserem Swell. Als Surfer kann man über eine Felsnase recht nah an den Peak gelangen und kommt recht gut raus, wenn man die richtige Setpause erwischt und dann genug Paddelpower hat um sich gegen die Strömung zu behaupten. Die Wellen laufen dann meist durch die ganze Bucht und man kann sehr lange Rides haben.

Es ist an sich eine sehr gute Idee in den Wintermonaten in Marokko vorbeizuschauen oder auch länger zu bleiben. Die Auswahl an Spots ist wie die Konstanz an Wellen hoch und das Leben sehr günstig.

Allerdings hat sich das Lineup in den letzten Jahren stark gewandelt. 2006, als dieses Video entstand gab es noch sehr wenige surfende Locals und so waren meist alles Surfer im Lineup keine Locals. Das hat sich mittlerweile geändert, die üblichen Localism-Mechanismen haben eingesetzt und auch die Crowd Pressure von Surfern aus dem Ausland hat zugenommen.

Aber wer ein Auto hat und etwas Zeit kann in Marokko immer noch seine Welle entdecken. Zudem ist der marokkanische Lifestyle “die Wiederentdeckung der Langsamkeit” für sich alleine eine Reise wert.

Ab wann spricht man eigentlich von Big Wave surfen?

Als kleiner Exkurs haben wollen wir hier mal beleuchten, ab welcher Wellenhöhe eigentlich der normale Surf zu einem “Big Wave” Surf wird. Hier ist der Konsens, dass die Welle mindestens ein Höhe von 20 ft (6,2 m) haben muss. Das haben die Wellen, die Gerry hier surft nicht ganz. Üblicherweise surft man Wellen in der Grösse auch mit Surfboard Shapes, die man “Gun” nennt oder “Tow in” Surfboards mit Schlaufen, mit dem man sich hinter einem Jetski in die Wellen ziehen lässt. Als Big Wave Surfer sollte man sehr erfahren sein, den Surfspot genau kennen und ein spezielles Training absolvieren.